Der unsichtbare Baron

… und die Mafia

Ja, es gibt die Mafia – auch wenn sie mittlerweile ihre Macht über Sizilien eingebüsst hat. Sie ist aber auch häufig genug eine wohlfeile Ausrede für allerlei Eseleien. Der Baron Giuseppe Di Stefano wusste perfekt damit zu spielen.

In unseren kleinen Geschichten ist wenig von der Mafia ⇒ die Rede. Wozu auch: die Machenschaften der “Ehrenwerten Gesellschaft” aus der schlechten alten Zeit Palermos werden von anderen viel und in allen Einzelheiten beschrieben. An dieser Stelle müssen wir allerdings eine kleine Ausnahme machen.

Es geht um den Baron Giuseppe Di Stefano, der 1946 angeblich einen kleinen Jungen wegen einer Nichtigkeit erschoss. Der Junge stand in Verbindung zur Mafia und diese stellte den Baron dann vor die Wahl unterzutauchen oder zu sterben. So jedenfalls erzählt man sich die Geschichte in den Strassen Palermos. Beweise gegen den Baron gab es allerdings nie.

Fakt ist dagegen, dass der Baron von der Provinz in das grossstädtische Palermo zog – natürlich in das beste Haus am Platz, das berühmte “Grand Hotel et des Palmes” – und dort bis zu seinem Tod 1998 lebte.

Dann geht es aber schon wieder mit “Erfindungen” weiter: Der Baron habe das Hotel nie mehr verlassen (weil ihm draussen ja angeblich die Mafia auflauere) und aus Verzweiflung versucht sich umzubringen. Tatsächlich aber liebte er das Leben, den Luxus und vor allen Dingen die Oper. So sah man ihn regelmässig im “Teatro Massimo” und im “Teatro Politeama”.

Der Baron umgab sich auch gerne mit Künstlern aus der Welt, von Burt Lancaster bis Maria Callas, von Renato Guttuso bis Luchino Visconti. Und alle stiegen natürlich im Grand Hotel et des Palmes ab. Das wurde dem Baron im Hochsommer allerdings zu warm. Prominenten Besuch gab es dann auch nicht und so zog er sich in seine Villa am Meer zurück.

Wenn Sie also in Palermo vom “unsichtbaren Baron” hören, stellen Sie sich einfach einen unendlich reichen Mann vor, der es perfekt verstand sich selbst zu inszenieren, sich von morgens bis abends bedienen liess und den Reichen und Schönen dieser Welt mit einer Einladung in seine Hotel-Suite schmeichelte. Zum Schaden des “Grand Hotel et des Palmes” war dieses Spiel sicher nicht. Soetwas würde man heute wohl eine Win-Win-Situation nennen.

Geschichten erleben

Der zentrale Schauplatz unserer Geschichte ist das berühmte “Grand Hotel et des Palmes”. Wir begegnen ihnen auf unserem Jugendstil-Spaziergang (Karte ⇒).

Autorin

Die Sizilien-Expertin Britta Bohn

Die Informationen auf dieser Seite stammen von unserer Sizilien-Expertin Britta Bohn. Britta beschäftigt sich seit mehr als 20 Jahren mit dem Alltag und dem Leben auf Sizilien. Hier teilt sie mit Euch viele interessante Tipps für einen Urlaub in Palermo.

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